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Kontraste ausloten: Figuralchor %ndash; Von Palestrina bis Rheinberger
Mainzer Rhein-Zeitung - Montag, 29. Oktober 2001
MAINZ. Breite Autobahnen sind es kaum, die „Wege zu Rheinbergers Es-Dur
Messe”. Für den Hörer waren es überwiegend schmale Gassen
und verschlungene Pfade, auf die sie der Mainzer Figuralchor mit seinem interessanten
Programm führte. Da standen neben Chorwerken von Bruckner und Rheinberger
plötzlich Werke von Giovanni Gabrieli und Palestrina, aber auch von Michael
Haydn und Mozart. Seinen Gipfel und Abschluss fand das Konzert in der Messe
Es-Dur des diesjährigen Jubilars Josef Rheinberger.
Schon der Beginn
mit Bruckners „Os iusti” ließ aufhorchen: Der Figuralchor
war von seinem Leiter Stefan Weiler aufs Beste präpariert worden. In
Hochform stellte er sich vor: Trotz seiner Größe mit fast kammerchorartiger
Präzision und sehr homogenem Klang. Nur bei Palestrina wie auch bei Gabrieli
klang es etwas unsicher und schwankend – bei Gabrielis „Nunc dimittis”
auch nicht weiter verwunderlich, war hier doch der Chor in drei Teilen über
die gesamte Kirche verteilt.
Zu der Hauptsache fanden die Sänger sich
dann wieder vor dem Altar ein: Für die Messe Es-Dur op. 109 von Rheinberger
reicht ein Doppelchor. Hier konnte Stefan Weiler noch einmal deutlich zeigen,
wie gut er sich darauf versteht, die Kontraste auszuloten und die Höhepunkte
dieser Musik ins richtige Licht zu rücken. Trotz leichter Ermattung folgte
ihm der Figuralchor immer noch sehr flexibel, etwa in der besonders schönen,
plastischen Darbietung des Credo, des zentralen Satzes dieser Messe. (mm)
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