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Das Ziel liegt ganz weit im OstenMainzer Rhein-Zeitung - Donnerstag, 7. Oktober 2003MAINZER FIGURALCHOR NIMMT AN INTERNATIONALER BACH-AKADEMIE IM SIBIRISCHEN KRASNOJARSK TEIL – IMPULSE FÜR DIE EIGENE ARBEITDer Mainzer Figuralchor geht auf große Reise: Mit einer Bach-Kantate und der h-Moll-Messe im Gepäck werden das Ensemble und sein Dirigent Stefan Weiler an einer Bachakademie in der sibirischen Stadt Krasnojarsk teilnehmen.MAINZ. Das Ziel liegt weit im Osten, rund 8000 Kilometer vom heimischen Mainz entfernt: Krasnojarsk heißt die sibirische 1,3-Millionen-Stadt, in die der Mainzer Figuralchor demnächst reist. „Das liegt etwa 1000 Kilometer östlich von Novosibirsk”, weiß Dirigent Stefan Weiler. Der Mainzer Chorleiter ist schon seit drei Jahren regelmäßiger Gast in Krasnojarsk: Er leitet dort die jährliche Bach-Akademie. Und nun nimmt er seinen Chor erstmals mit ins ferne Sibirien. Den Kontakt nach Krasnojarsk knüpfte Weiler in St. Petersburg. Als Assistent des Bach-Experten Helmuth Rilling war er dort vor einigen Jahren auf einer Konzertreise und lernte hier russische Musiker kennen, die ihn zur Bach-Akademie nach Sibirien vermittelten. Während der Akademie-Wochen treffen sich vor allem russische Musik-Studenten, Orchester und Ensembles, aber auch internationale Dirigenten und Chöre zu gemeinsamen Meisterkursen und Konzerten. Der Mainzer Figuralchor wird sich am Akademie-Programm unter anderem mit Bachs h-Moll-Messe und der Kantate „Ich hatte viel Bekümmernis” (BWV 21), die der Chor am vergangenen Wochenende in der Mainzer Kirche St. Bonifaz erstmals aufführte, beteiligen. Insgesamt 40 Musiker des Figuralchores, darunter vier Solisten und der Trompeter Eckhard Schmidt, werden am 21. Oktober mit Stefan Weiler nach Krasnojarsk fliegen. Am 2. November kehren sie nach Mainz zurück. Die Kosten für die große Reise übernehmen zum großen Teil das Goethe-Institut und der Deutsche Musikrat. Die Gelder stammen aus dem Förder-Etat für den deutsch-russischen Kulturaustausch, den Bundeskanzler Gerhard Schröder und Präsident Wladimir Putin für 2003/04 ins Leben gerufen haben. „Wir erhoffen uns von unserer Reise natürlich viele Impulse”, sagt Stefan Weiler. „Es ist immer wieder spannend, die Menschen dort zu treffen und ihre Warmherzigkeit zu erleben, die für sie auch in schwierigen Lebenssituationen selbstverständlich ist.” Musikalisch sei das Niveau der Barock-Praxis noch nicht sehr hoch. „Das liegt aber schlicht an der bisherigen Unkenntnis. Disziplin und technische Voraussetzungen sind allemal gegeben.” Besonders interessant werde es sein, die russischen Ensembles in Aufführungen russischer Musik zu hören. Jan-Sebastian Kittel
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