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Saisonstart gelangMainzer Rhein-Zeitung - Montag, 1. Oktober 2007Figuralchor und Camerata MusicaleMAINZ. Dem Mainzer Figuralchor und der Mainzer Camerata Musicale unter der Leitung von Stefan Weiler in St. Bonifaz gelang am Samstag Abend ein überzeugender Start in die neue Konzertsaison. Aufgeführt wurden Johann Christian Bachs Kantate „Es erhub sich ein Streit”, das Kantatenfragment „Nun ist das Heil und die Kraft” von Johann Sebastian Bach (BWV 50) und die „Missa in angustiis”(Nelsonmesse) von Joseph Haydn. Bereits zum Auftakt präsentierten sich Chor und orchester in einer ausgezeichneten Verfassung: Kraftvoll und mit einer der diffizilen Akustik in St. Bonifaz angepassten Dynamik und Artikulation wurden die beiden Bach-Kantaten dargeboten. Schön, dass man den Text nicht mitlesen brauchte, sondern jedes Wort ganz klar verstand. Gut fügten sich auch die Trompeten mit ihren Fanfaren in das Ganze ein. Mit viel musikalischem Fingerspitzengefühl näherten sich die Akteure der „Nelsonmesse”. Bei dieser Messe scheinen sich drängende Not und der (musikalische) Aufschrei zu Gott fast körperlich zu manifestieren. Abgesehen von wenigen Einsätzen, denen es an Synchronizität zwischen Chor und Orchester mangelte und gehetzt klingenden Sechzehntelläufen bei den hohen Streichern im „Agnus Dei”, die dem Satz etwas von seiner inneren Ruhe nahmen: Eine derart detailreiche Interpretation erlaubt Rückschlüsse auf ein besonderes Werkverständnis. Uneinheitlicher das Bild bei den Gesangssolisten: Das Quartett bildete zwar ein klanglich stimmiges Ensemble, doch erwies sich die dynamische Balance als unausgewogen. Sabine Goetz' Sopran wirkte kalt und hart. Schwierige Koloraturen gestaltete sie fehlerlos und mit technischer rafinesse. Bettina Ranch wusste mit vollem, fast erotisch-dunkel timbrierten Alt und einer jederzeit sicheren Darbietung zu überzeugen. Egon Dämmers Bass fehlt es an Volumen, doch erwies er sich als intonatorisch und musikalisch sicherer Sänger. Blass und unnauffällig blieb Tenor Martin Erhard [Anm.: Der kurzfristig erkrankte Martin Erhard war zwar im Programmheft ausgewiesen, aber das Errata-Einlageblatt nannte den richtigen Sänger für den Abend, Andreas Karasiak; dem Rezensenten oder der Rezensentin lag offenbar leider dieses Einlageblatt nicht vor]. Am Ende belohnte das Publikum eine klar strukturierte, fein abgewogene und musikalisch zu jeder Zeit spannende Darbietung mit deutlichem Applaus. (cdt)
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