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Sänger huldigten den BachsMainzer Rhein-Zeitung - Dienstag, 6. Oktober 2009Mainzer Figuralchor eröffnete seine Saison mit Motetten der berühmten FamilieMAINZ. Mit einem Familienkonzert der besonderen Art begann der Mainzer Figuralchor seine Jubiläumssaison. Der 30 Jahre alte Chor startete in die nächsten Monate mit einem Programm, das ausschließlich Motetten einer einzigen Familie versammelte — den Bachs natürlich. Vom Stammvater Johann Bach, dem ersten bekannten Komponisten der thüringischen Dynastie, bis zu ihrem größten Vertreter, Johann Sebastian, reichte die Auswahl. Alle Komponisten dieser Familie zu vereinen, würde jedes Konzert sprengen. Und in St. Bonifaz war auch so schon genug zu hören. Denn dem Dirigenten Stefan Weiler, der den Chor seit seiner Gründung leitet, ist mal wieder ein außerordentliches Programm geglückt — außerordentlich in der Gestaltung und außerordentlich in der Leistung des Chores. Den Beginn machten fünf- bis sechsstimmige Motetten der älteren Bachgenerationen aus dem Themenfeld Tod, Vergänglichkeit und Heilsgewissheit. Mit Johann Sebastian Bachs großer Motette „Jesu meine Freude” war dann zugleich das Zentrum des Konzerts und auch der Drehpunkt erreicht: Nun ging es in der auch musikalisch sehr raffinierten Steigerung zu doppelchörigen Motetten um die erwartungsvolle Freude, den Lobpreis Gottes — eine wirkungsvolle Dramaturgie. Vor allem, weil der Figuralchor durch seine extreme Konzentration auf die gesamte Musik, ihre große Form und ihr kleinstes Detail, wieder einmal sehr überzeugte. Johann Sebastian Bachs Bearbeitung des Chorals „Jesu meine Freude” verkörpert den Umschwung des bangen christlichen Herzens zur festen Überzeugung des kommenden Heils der Ewigkeit. Mit prägnanter Kraft und behutsam gesetzten Momenten, mit der Vielfalt der musikalischen Rhetorik, die diesem Mitglied der Bach-Familie zur Verfügung stand, war das dann doch deutlich größer und genialer als die Musik seiner Vorfahren. Typisch war schon der Beginn, die starke analytische Durchdringung des Chorsatzes durch Weiler und seine Sänger, die unbedingte Gleichberechtigung aller Stimmen gegenüber der Melodie — dieses kluge, wissende Musizieren macht den Figuralchor so anziehend. Auch wenn die Sänger hin und wieder fast zu ernst, zu konzentriert erschienen. Nach Johann Sebastian leitete der rasche Jubelgesang von Johann Michael Bachs „Sei lieber Tag willkommen” über zu den raffinierteren Freudengesängen — etwa der doppelchörigen Motette „Herr, ich warte auf dein Heil”. Wieder hatte Weiler einen Chor durch ein Solistenquartett ersetzt — dass das möglich ist, ist ein Zeugnis der Qualität des Chores. Es war ein Genuss, wie der sanft tönende Chor die Solisten, die das Motto wiederholen, umschlang und in sich aufnahm. Kein Wunder, dass es großen Beifall gab. Matthias Mader
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